München Teil II – Vom SEK gestellt

Und hier nun der zweite Teil meines ersten Oktoberfestabenteuers. Über den ersten Teil berichtete ich ja kürzlich.

Wir sind also in der Schwabinger Sieben gelandet. Dunkel, mit Kerzenlicht erfüllt, verraucht und extrem laute und saugeile Musik dröhnte wie immer aus den Boxen. Lustigerweise trafen wir direkt eine Bekannte dort wieder, die wir mal in einem Münchenurlaub kennengelernt haben. Und somit ging die Post da tierisch ab. Im Verlauf des Abends „musste“ ich ja noch mit drei Barbesuchern um Geld würfeln … und verknallte fast meine ganze Wochenendkasse. Innerhalb von einer Stunde waren 200 DM weg.  Nunja, ich bezweifle heute stark, dass da ein ehrlicher Würfel über den Tisch rollte. Tun wir es mal als Erfahrungswert ab.

Als ich beobachtete, wie jemand einen Cola-Whiky bestellte, der Barkeeper dann 2 cl Whisky mit etwas Cola mischte, konnte ich mich nicht zurückhalten. Ich tönte großartig herum, dass wir „Preußen“ das besser können. Orderte ein 0,5 Liter Bierglas, ließ es zur Hälfte mit Whisky füllen, etwas Cola drauf und … ohmann, wie ich doch nur so bescheuert sein konnte, ich trank es auf ex aus. Naja, die Show war meine, aber das Ergebnis war, dass ich 30 Minuten später mit dem Kopf auf der Theke in meinem eigenen Sabber schlief, bis der Laden um 1:00 Uhr dicht machte. Jau, tolle Show Kaptain.

Auf zum Bahnhof

Nun machten Witti und ich uns dann auf den Weg in Richtung Hauptbahnhof. Wie wir den Weg fanden, ist mir heute noch ein Rätsel. Na jedenfalls lagen am Wegesrand irgendwo so Balken aus Holz. Etwa 2 Meter lang. Sie wurden wohl benutzt, um frisch angepflanzte Bäume zu stützen. Ich packte mir einen auf die Schulter und nahm ihn mit.

Witti ebenfalls. Fragt nun nicht, warum wir das taten. Das ist mir heute noch ein Rätsel. Die Logik eines Betrunkenen^^ Aber wir fanden es sehr abenteuerlich. Auch noch als wir nahende Polizeisirenen hörten und heldenhaft die Balken wegschmissen und zwischen die geparkten Autos hechteten als die Polizeiwagen vorbei fuhren.

Ich meinte dann zu Witti „Komm, da ist ne Fussgängerzone. Dort ist Fahrverbot. Lass uns da lang, da darf die Polizei mit den Autos nicht durch“ (Superlogik) Also gingen wir dort entlang, natürlich nicht ohne unsere Balken.

Es dauerte vielleicht 5 Minuten, dann herrschte auf einmal das totale Chaos. Reifen quietschten, Motoren heulten auf, vermummte Leute sprangen vor und hinter uns aus den Autos und liefen, teilweise mit Mashinenpistolen im Anschlag, auf uns zu. Wir ließen sofort die Balken fallen und nahmen umgehend die Hände hoch. Ich dachte noch … nur nicht bewegen, sonst knallen sie dich ab …. und da schmissen sie mich auch schon zu Boden. Wir wurden nach Waffen durchsucht und durften dann wieder aufstehen.

Der Dialog

Beamter: Was machen sie hier um diese Uhrzeit ?

Ich: Wir sind Touristen, kommen aus Norddeutschland, waren auf der Wiesn und wollen zum Bahnhof

Beamter: Können sie sich ausweisen ?

Ich: Nö (konnte ich wirklich nicht)

Witti: Ich kann mich ausweisen Herr Wachtmeister

…. Ausweis vorgezeigt ….

Beamter: Ja ok, dann entschuldigen sie bitte

Witti und ich schauten uns sprachlos an, meine Beine zitterten so stark, das meine Hose raschelte !!

Eh wir uns versahen, waren die auch schon wieder in ihren Autos und weg. Kurz vorm Einsteigen ins Auto fragte uns dann aber dieser eine noch:

Wo haben sie denn übrigens diese Balken her ?

Ich: Die lagen da hinten, wir wollten sie als Andenken mit nach Norddeutschland nehmen (Nochmal Superlogik)

Beamter: Achso, dann nochmal Entschuldigung (Hatte ich nicht mit gerechnet lol)

Und so standen da zwei völlig paralysierte „Preußen“ mitten in der Nacht in der Münchner Fussgängerzone mit ihren Balken und hatten nichts gepeilt.

Wir trafen dann noch einen Passanten der uns erzählte, dass kurz bevor wir in die Fussgängerzone kamen, ein Juwelier ausgeraubt wurde. Jetzt waren wir klüger^^ Wir sind mit unseren Balken wohl schwer verdächtig gewesen.

Ich werde dieses Erlebnis nie vergessen und heute kann ich sogar drüber lachen. Damals war mir nicht zum Lachen und die Balken ließen wir dann auch an Ort und Stelle liegen und fuhren mit dem Taxi zum Bahnhof.

Dort erwarteten uns schon die meisten unserer Gruppe und Morgens um sechs fuhr unsere Bahn in Richtung Heimat. Eine Nacht die nicht wirklich langweilig war 

Habt ihr schon ähnlich interessante Nächte erlebt ? Erzählt doch mal hier unten in den Kommentaren. Würde mich freuen !

KaptainRio

KaptainRio

Mein Name ist Rio, 48 Jahre alt und schreibe hier auf #KaptainsBlogprojekt über #KetogeneErnährung, #Gewichtsabnahme, #Mastodon, #TVSerien #Hörspiele & mehr.

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2 Antworten

  1. @blog Die Story ist schon ein Brüller! Ich habe mich bislang erfolgreich um das Oktoberfest gedrückt. So große und zum Teil heftig alkoholisierte Menschenmassen sind mir sehr suspekt.

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